merowinger kreuz moselkern
merowinger kreuz vorderseite
merowinger kreuz rückseite
stadtwappen moselkern

Moselkern 1

Lkr. Cochem-Zell,            im Kirchhof der Valeriuskirche          

Merowinger Kreuz                            

Aufnahmedatum: 28. 10. 06

Maße ab Postament:

Höhe 0,80 m, Br. u. 0,45 T. 0,13

das sog. Merowinger Kreuz ist nach Ansicht renommierter Kunsthistoriker die früheste bekannte bildhauerische Darstellung des gekreuzigten Christus nördlich der Alpen und wird in *merowingische Zeit des 7. Jh. datiert; das Original befindet sich im Landes museum Bonn; am Standort nahe der Fund- stelle ist eine getreue Nachbildung auf einem Postament aufgestellt, das eine eingetiefte, erklärende Inschrift trägt; in Fachkreisen herrscht die Annahme vor es handle sich nicht um ein einzelnes Grabkreuz, sondern um ein übergeordnetes Friedhofskreuz, den- noch ist es bezüglich der Darstellung in sei- ner Bedeutung umstritten;                              das Denkmal wurde um 1800 im Bereich der heutigen Kirchhofsumfassungsmauer, links des Einganges an der Straße, im Erdreich ver sunken aufgefunden und auf den Friedhof gebracht, wo es der Geheimrat Schunk, der Erbauer des Cochemer Tunnels am 26. 9. 1915 neben anderen Grabsteinen entdeckte; die Fundstelle an der Friedhofsmauer mar- kiert heute eine marmorne Steinplatte, s.r.

Darstellung:

das sich nach oben verjüngende, original aus Basaltlava bestehende Denkmal, setzt sich aus zwei Hauptelementen zusammen; die

valerius kirche moselzell
zeigesteinplatte der fundstelle

ausgearbeiteten Sektoren ergeben oben ein gleichar- miges Kreuz, das den Korpus Christus bildet, recht- winklig angewinkelte Arme, in beiden Händen je ein Schwert haltend, dessen Klingen über die Kreuzarme verlaufen; um das Haupt des dargestellten Christus drei kleine Kreuze, die im Sinne des Heiligenscheines gesehen werden; unten ein in X - Form auf der Seite stehendes Kreuz, das im Kreuzungsfeld ein kleines Kreuz zeigt; über die Balken verlaufen je zwei einge- rillte Linien, die außen in die Rahmenlinie übergehen;

die Christusdarstellung des Merowinger Kreuzes hat Parallelen - der Herrgott von Bentheim sowie das Kreuz von Wüllen - hier wie dort die wohl nie eindeu-

tig geklärte Kernfrage: wird der Gekreuzigte oder der vor dem Kreuz stehende                         Lebende Höchste Richter Christus als Herscher der Irdischen Welt und des Universums dargestellt; als bedeutendes Moselkerner Original wurde das Merowinger Kreuz in das Stadt- wappen aufgenommen (Originaltext Verf.) 

* Merowingerreich, 6. - 8. Jh., Fränkisches Herrschergeschlecht, benannt nach König Merowech (448-57), herrschte über das von Clodwig gegründete Frankenreich und ging um 750 im Reich der Karolinger Karl des Großen auf;

steinkreuz ringelsteiner mühle

Moselkern 2

Gmkg. Ringelsteiner Mühle, im Tal der Eltz

Aufnahmedatum: 28. 10. 06

Obertägige Maße:

Höhe 1,70 m, Br. 0,58 T. 0,18

das Steinkreuz aus dem 18. Jh. ist gut erhalten; unter der  *INRI - Inschrift im Kopfteil ein vollplastisch hevorgearbeiteter Korpus Christi, darunter das im Mittelalter allgemein übliche Symbol der Vergänglich- keit der Totenschädel mit zwei gekreuzten Knochen - memento mori - (lat.) - gedenke des Todes !                                                     in der unteren Hälfte des Schaftes eine eingerillte Inschrift, s.r.

detail inschrift

das Denkmal bezeichnet die Stelle eines tödlichen Unglücksfalles; nach Auskunft befragter Anwohner, wobei verschiedene Versionen wiedergegeben werden, die sich im Bereich der Saga Blitzschlag / Baumsturz / Hochwasser ansiedeln, ist hier ein früherer Besitzer der Ringelsteiner Mühle ums Leben gekommen;

*INRI: die Abkürzung aus dem Lateinischen über dem Korpus Christi am Kreuz wird in verschiedenen Versionen wiedergegeben:

Iesus Nacarenus Rex Iudaeorum

Jesus von Nazareth König der Juden - Jesus der Nazarener König der Juden

Quellangaben: Stadt Moselkern, Hinweistafel

c.2006 www.am-center.de